Motorrad
Universal, Modell 580 B 30 (Cardan-Boxer Touren)
Datierung
1951Beschreibung
stehende Ventile (sv = Side Valves) - 4-Gang-Getriebe, Fussgeschaltet - Kardanantrieb - Zylinderbohrung: 72, Kolbenhub: 72 - Motor-Nr. 60329, Fahrgestell-Nr. 60329 - Soziussitz - Typen-Schein-Nr.: 409Signatur / Beschriftung
Signatur / Beschriftung: Beschriftung: "Universal"Objekttyp
Objekt (dreidimensional)Geografie
Herstellungsort: Willisau, LUMaterial / Technik
Metall, Leder, KunststoffObjektmasse
210 x 60 x 110 cm 190 kgInventarnummer
VHS-3486Anschrift
Universal 580 B 30
Schweiz 1951
Von Willisau nach Oberrieden
Erster Standort von Universal ist Willisau, wo der Tessiner Dr. Antonio Vedova 1928 die Fahrradfabrik „Helvetia“ übernimmt. 1936 zieht die Firma nach Oberrieden am Zürichsee in die ehemaligen Werkshallen des Flugzeugbauers Comte, der 1935 in Konkurs ging.
Polizeitöff
Die Universal gilt in der Schweiz der 1950er-Jahre vielerorts als der klassische Polizeitöff. Über 20 Polizeicorps bestellen die robusten Maschinen aus Oberrieden und schätzen die Qualität und Zuverlässigkeit der „Cardan-Boxer“.
Keine Zukunft für das Zweirad
1958 stellt Universal den Motorradbau zugunsten von Gartengeräten (Rasenmähern) ein. Neue Versicherungsregelungen machen das Motorradfahren schlagartig massiv teurer und die Verbreitung des Autos als Alltagsfahrzeug tut ein Übriges. Wer um 1960 hierzulande noch Motorrad fährt, ist entweder bei der Polizei, der Armee oder von gestern. Universal, inzwischen in Schübelbach SZ, wird im Juli 2007 liquidiert.
Universal, Modell 580 B 30
(Cardan-Boxer Touren), 1951
Die 1951 erschienene Universal 580 B 30 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Schweizer Motorradmarke Universal. Nach dem Zweiten Weltkrieg orientierte sich die Fabrik in Willisau (LU) weg von englischen Einbaumotoren hin zu einer eigenständigen, prestigeträchtigen Konstruktion: dem querliegenden Boxermotor mit Kardanantrieb. Das Modell B 30 war als «Tourenmodell» konzipiert. Während die sportlichere Schwester (B 50) über hängende Ventile (OHV) verfügte, setzte die B 30 auf seitengesteuerte Ventile (SV). Diese Bauweise galt als extrem robust, laufruhig und wartungsarm – ideal für lange Reisen und den anspruchsvollen Beiwagenbetrieb in den Schweizer Alpen. Das markante Gehäuse über dem Getriebe, in dem der Vergaser und der Luftfilter geschützt untergebracht sind, verleiht der Maschine ihre typisch «aufgeräumte», fast schon automobile Optik. Sie besticht durch ihre massive Bauweise und die hochwertige Verarbeitung, die ihr den Ruf einer «Schweizer BMW» einbrachte und steht für eine Epoche, in der Schweizer Motorräder technisch zur Weltspitze gehörten, bevor die aufkommende Massenmotorisierung durch Autos das Ende vieler dieser Manufakturen einläutete.
Motor 2 Zylinder, Viertakt Boxermotor SV
Hubraum 578 cm³
Leistung 14,71 kW (20 PS)
Bei Drehzahl 4’200 U/min
Gewicht 190 kg
Geschwindigkeit 130 km/h
Produktionszeit 1932 – 1935
Eigenschaften
Hauptfarbe
schwarzAnzahl Besatzung
1Anzahl Passagiere
1Höchstgeschwindigkeit [km/h]
110Antriebsart
Kolbenverbrennungsmotor (Benzin) mit KardanwelleMotorenbauweise
Boxer, Viertakt, Luftkühlung mit seitlichen VentilenLeistung [kW]
14.71 (20 PS)Hubraum [l]
0.578Zylinderzahl
2Drehzahl [U/min]
4200Systematik
• ohne Pedalen
