Billettautomat
Billettautomat Nr. 301-1, der VBZ Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich
Datierung
1950–1966Beschreibung
Billettautomat Nr. 301-1, der VBZ Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich.Signatur / Beschriftung
Signatur / Beschriftung: Beschriftung: "VBZ Züri Linie", "Billett-Ausgabe"Objekttyp
Objekt (dreidimensional)Geografie
Territorium: Stadt ZürichMaterial / Technik
Metall, Kunststorff, PlexiglasObjektmasse
157 x 71 x 44 cmInventarnummer
VHS-8792.2Rechte
Quellennachweis: Verkehrshaus der Schweiz, LuzernAnschrift
Billetautomat Nr. 301-1
Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich (VBZ) 1966
Der Wandel des Trams vom Luxus- zum Massentransportmittel lässt sich am Umgang mit dem Fahrgast ablesen. War ursprünglich die persönliche Bedienung eine Selbstverständlichkeit, so mussten die Fahrgäste ab den 1940er Jahren am Billetteur vorbei ihren Platz einnehmen. Schliesslich verzichtete man aus Kostengründen ganz auf den Billetteur. 1966 führten die Verkehrsbetriebe Zürich VBZ als erste in der Schweiz Billettautomaten ein.
Verkehrsmittel für Wohlhabende
Verbindung für Hotels, Banken und Villenquartiere
Pferdetrams, Dampftrams, Drucklufttrams und erste elektrische Strassenbahnen: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren sie Symbole der industriellen Grossstadt und wichtige Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung ganzer Regionen. Massenverkehrsmittel wie heute waren sie nicht: Arbeiter und Handwerker benötigten damals vier Fünftel ihres Einkommens für Wohnen, Essen und Kleidung. Für Verkehrsmittel hatten sie kein Geld. Die frühen Strassenbahnen wandten sich an die Wohlhabenden. Sie erhöhten die Attraktivität ihrer Wohnorte und der zentralen Geschäftsbezirke, sie erschlossen Naherholungsgebiete oder halfen beim Aufbau regionaler Tourismuszentren. Es waren Verkehrsmittel für Leute mit genügend Geld, die sich auch einen Luxus leisten konnten.
Transport in wachsenden Städten
Das Tram als Teil der Stadtplanung
Zwischen 1870 und 1910 wuchs die Schweizer Bevölkerung um rund 1.1 Millionen Menschen. Fast die Hälfte dieses Wachstums entfiel auf die zehn grössten Städte. Zürich, Basel und Genf überschritten die Grenze zur Grossstadt. In dieser Zeit setzte sich das elektrische Tram als städtisches Massenverkehrsmittel durch und wurde vor allem in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen zu einem zentralen Instrument der städtischen Planung. Das Tram förderte die Aufteilung des städtischen Raumes in Bereiche mit verschiedenen Aufgaben wie Wohnen, Arbeit, Freizeit und Konsum. Das Tram erschloss neue Siedlungs- und Arbeitsplatzgebiete und half der Bildung städtischer Agglomerationen. Das Tram galt als Allzweckmittel, um der Überbevölkerung der Unterschichtsquartiere entgegenzuwirken und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu fördern.
Verstopfte Strassen
Das Tram behindert den Individualverkehr
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte der motorisierte Individualverkehr zu seinem Siegeszug an. Dank steigendem Wohlstand konnten sich bald die meisten Familien in der Schweiz ein Auto leisten. Die Folgen waren zuerst in den Städten sichtbar: Die Innenstädte wurden durch Verkehrsstaus blockiert und das Verkehrsproblem zu einem dauernden Politikum. Bald sprachen alle von Verkehrsnot. Planer und Politiker waren sich über die Ursache dieser Verkehrsnot einig. Das Tram sei zu schwerfällig und brauche zu viel Raum, es sei zu einem Verkehrshindernis geworden. Mittelgrosse Städte ersetzten ihre gesamten Tramnetze durch Buslinien. Grossstädte wandelten etliche Linien um. Zürich und Basel planten, die Strassenbahn unter den Boden zu verlegen. Die Zukunft, meinte man, gehöre der autogerechten Stadt.
Freie Bahn dem Tram
Die Stadt braucht einen attraktiven Nahverkehr
Der Ölschock von 1973, die wachsenden Umweltschäden und die wirtschaftliche Rezession setzten dem Glauben an ein Wachstum ohne Grenzen ein Ende. Die automobile Verkehrslawine in den Städten stiess bei den Anwohnern immer mehr auf Widerstand. Der bisher verkehrspolitische Konsens zerbrach, Zweifel am autogerechten Umbau der Städte kamen auf. Zürich und Basel entschlossen sich in den 1970er Jahren, den öffentlichen Nahverkehr vordringlich zu fördern. Sie leiteten damit die Renaissance des Trams in der Schweiz ein. Neue komfortable Tramfahrzeuge, beschleunigter Betrieb dank spezieller Lichtsignalregelung und separater Fahrspuren, verdichtete Fahrpläne, Umweltabos und Verkehrsverbünde erhöhten die Attraktivität des Trams. Ein wieder vergrössertes Tramnetz sowie entsprechende Pläne, Projekte und Absichten in verschiedenen Schweizer Städten zeugen vom Glauben an die Zukunft des Trams als städtisches Massenverkehrsmittel.
Eigenschaften
Hauptfarbe
blauSystematik
• Billette
• Mobiliar, Ausstattung
