Dampfmaschine
Dampfmaschine und Antrieb des Salonschiffs DS Pilatus I der SGV Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (Zweizylinder-Verbund-Kolbendampfmaschine)
Datierung
1895–1966Personen
Gebrüder Sulzer AG (Gebr. Sulzer AG, Sulzer Frères SA) (1834), Hersteller/in, archivalisch belegt
SGV Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (1960), Betreiber/in oder Benutzer/in, archivalisch belegt
Gebrüder Sachsenberg AG (1844 - 1945), Hersteller/in, archivalisch belegt
DGV Dampfschiffgesellschaft des Vierwaldstättersees (Dampfschiff-Gesellschaft, Dampfschiffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees) (1870 - 1959), Betreiber/in oder Benutzer/in, archivalisch belegt
Beschreibung
Dampfmaschine und Antrieb des Salonschiffs DS Pilatus I der SGV Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (Zweizylinder-Verbund-Kolbendampfmaschine). Maschinenanlage und ein Schaufelrad, aufgeschnitten, 2 Kessel der Firma Sachsenberg, Rosslau, mit mit je einem Feuerrohr. Angaben ursprüngliches Dampfschiff: Länge über Perpendikel: 50,0 m, Breite über alles: 11,1 m, Mittlerer Tiefgang leer: 1,17 m, Leerverdrängung: 180 t, Tragkraft: 550 Personen, Besatzung: 8, später 7 Mann, In Betrieb: 1895-1966.Signatur / Beschriftung
Signatur / Beschriftung: Beschriftung: "Gebr. Sulzer AG", "Pilatus", "550 Personen", Schild am Flammrohrkessel "Gebr. Sachsenberg, Akt. Ges. / Rosslau a/E."Objekttyp
Objekt (dreidimensional)Geografie
Territorium: VierwaldstätterseeMaterial / Technik
MetallObjektmasse
1450 x 700 x 400 cm ca. 226 kgInventarnummer
VHS-5672Anschrift
Salonschiff DS „Pilatus“ I der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV), Baujahr 1895
Am 5. Dezember 1893 schloss die Dampfschiff-Gesellschaft des Vierwaldstättersees (DGV) mit der Firma Gebrüder Sulzer in Winterthur einen Vertrag für die Lieferung eines neuen Salonschiffes mittlerer Grösse ab. Verspätete Materiallieferungen hatten zur Folge, dass sich der Bau des Schiffes über das ganze Jahr 1894 hinzog. Am 30. Mai 1895 fand die allen Anforderungen entsprechende Probefahrt statt und am 1. Juni konnte das Boot dem regelmässigen Betrieb übergeben werden.
Auf dem Hauptdeck befand sich ein Decksalon I. Klasse und ein offenes Buffet II. Klasse, über denen sich auf die ganze Länge in Salonbreite ein Oberdeck erstreckte. Im Schiffsbug unter dem Hauptdeck war eine Kajüte II. Klasse eingebaut. Der Schiffsrumpf war ganz aus Stahl gefertigt. Eine schrägliegende Zweizylinder-Nassdampf-Verbundsanlage in Verbindung mit zwei Dampfkesseln von insgesamt 153 m2 Heizfläche verlieh bei einem Dampfdruck von 7.5 atü und einer Leistung von ca. 380 PSi (ca. 277 kW) dem Schiff eine Höchstgeschwindigkeit von 24 km/h. Das Schiff behielt sein äusseres Aussehen beinahe unverändert mit Ausnahme des offenen Steuerstandes, der 1906 durch ein Steuerhaus ersetzt wurde. Die Ausserdienststellung des DS „Pilatus“ erfolgte 1966 nach einer gesamten Fahrleistung von 1'974'254 km. Nach jahrelangem Stillagen und dem Erwerb durch ein privates Unternehmen wurde das Schiff 1978 bis auf die Maschinenanlage und einen Teil des Decksalons abgewrackt, die beide im Verkehrshaus der Nachwelt erhalten blieben.
Schaufelrad – Antrieb
Optimierte Mechanik
Das Schaufelrad kommt nicht nur bei den hierzulande weit verbreiteten Seitenraddampfern zum Einsatz. Auch bei den Heckraddampfern, wie etwa auf dem Mississippi, dient ein grosses hinteres Schaufelrad als Antrieb. Der erste schweizerische Flussdampfer auf dem Rhein, die „Schweiz“ von 1919 war ebenfalls mit einem Heckrad ausgerüstet.
Während die Schaufeln vorerst starr am Rad befestigt waren, ermöglichte eine vergleichsweise einfache Mechanik eine Optimierung des Antriebes. Ähnlich dem Prinzip eines Ruders sollten die Schaufeln des Schaufelrades in einem optimalen Winkel ins Wasser eingreifen, um einen effektiven Schub zu bewirken. An den beweglichen Schaufeln befindet sich ein Hebel, welcher über Zugstangen an einem aus der Radachse verschoben montierten Ring befestigt ist. So ändern die Schaufeln laufend ihre Ausrichtung. Das nahezu vertikale Ein- und Austauchen der Schaufeln ins Wasser optimiert deren Schubwirkung ganz wesentlich.
Eigenschaften
Hauptfarbe
rot, metallgrauAnzahl Besatzung
8Anzahl Passagiere
550Höchstgeschwindigkeit [km/h]
24Gesamtleistung [kW]
277Antriebsart
KolbendampfmaschineMotorenbauweise
Nassdampf, CompoundLeistung [kW]
277Zylinderzahl
2Dampf [bar]
7.4Systematik
• Dampfschiffe
• Motoren, Getriebe
Literatur
Raddampfschiff <Pilatus I> auf dem Vierwaldstättersee, Baujahr 1895, Ausstellungsobjekt Originalmaschine und Kesselanlage, Autor/in: Gwerder, Josef, Signatur: HNW 1:W20
Highlights (High Lights). Rundgang durch das Verkehrshaus der Schweiz, Autor/in: Berset, Eric; Co-Autor/in: Elsasser, Kilian T.; Co-Autor/in: Oberhänsli, This, Signatur: HHA 2
Mit Dampf und Gloria. Die schönsten Schweizer Schiffe, Autor/in: Kunz, Charlotte; Co-Autor/in: Gavazzi, Mario; Co-Autor/in: Amstad, Heinz, Signatur: WFD 8
Dampfschiff Rigi. Bordbuch, Autor/in: Gwerder, Josef; Co-Autor/in: Oberhänsli, This, Signatur: WFD 36 sowie HWA 12
2013 war ein Durchschnittsjahr [Rückblick auf das Jahr 2013 diverser Schweizer Schiffahrtsgesellschaften und des Verkehrshauses], Autor/in: Hunziker, Kurt, Signatur: ZW 3
From Sail to Steam, Autor/in: Bradley, Rodger, Signatur: W Bro 36
Das Dampfschiff Pilatus, Teil 2, Autor/in: Hunziker, Kurt, Signatur: ZW 3
Das Dampfschiff Pilatus, Teil 1, Autor/in: Hunziker, Kurt, Signatur: ZW 3
Rheinschiff Baslerdybli geht in Pension, Autor/in: Gavazzi, Mario, Signatur: H Bro 128 (-> Infodesk)
